Dubrovnik Light – Städtetrip mit Baby

Dubrovnik Light – Städtetrip mit Baby

Waren das noch Zeiten! In der Mittagshitze gemeinsam mit Strömen von Menschen durch die Gassen ziehen, in der prallen Sonne vor Sehenswürdigkeiten Schlange stehen und als Tourist entrüstet sein, wie touristisch alles ist! Den Nachmittag so dahin ziehen lassen, sich in den Gassen beim Bummeln verlieren und dann der Abend. Das Beste des Tages! Mit Vorfreude das tollste Restaurant suchen, möglichst authentisch, Rotwein zum Essen genießen und danach durch die Bars ziehen, live Musik und lange, lange ausschlafen!

Es gibt Menschen, die behaupten, dass sich beim Reisen mit Baby nichts ändert.

Diese Menschen haben vermutlich keine Kinder

Wir sehen das entschieden anders, als wir bereits gegen 8:30 Uhr in der Innenstadt ankommen, damit es für Enno nicht so heiß ist und weil wir eh schon wach sind. Wir campen in Dubrovnik auf dem Campingplatz Valamar, 15 Minuten außerhalb der Stadt an einer schönen Landzunge mit Strand. Mit Enno in der Trage und einem voll bepackten Rucksack ziehen wir los.

Tipps, was man mit Baby für den Städtetrip mitnehmen kann: 

  • Nehmt eine waschbare Wickelunterlage mit! So kann das Baby überall liegen 
  • Wechselkleidung mitnehmen für Kind und Träger
  • Verzichtet auf den Kinderwagen, mit der Tage kommt ihr überall hin
  • Zuckerpackungen am Kaffee oder Kordeln an Sitzkissen sind ein super spannendes Spielzeug im Café. Man muss nicht immer viel mitnehmen

Die Geschäfte öffnen gerade als wir aus dem Bus steigen und wir wollen das tun, was wir in jeder Stadt tun: eine Free Walking Tour machen! Von einem lokalen Guide die Stadt gezeigt zu bekommen, finden wir nämlich eine tolle Art und Weise einen neuen Ort zu fühlen und einen Überblick über Geschichte, die wichtigsten Plätze, lokale Gerichte usw. zu bekommen.

Mit Enno müssen wir planen, damit wir die 2-stündige Tour schaffen. Daher wird er vorher gestillt. Pragmatisch begeben wir uns nicht auf die Suche nach einem netten verwinkelten Café sondern setzen uns direkt auf den Marktplatz. Geht schneller… und kostet uns 8,50 Euro für 2 Kaffee, wie wir erschüttert feststellen.

Wir hatten damit gerechnet die Tour früher abbrechen zu müssen und sind selbst überrascht, dass Enno so toll mitmacht, viel schläft und sonst vergnügt ist und wir bleiben bis zum Ende dabei. Wir staunen über die lange Historie der Stadt, welche Schlachten sie durchgestanden, welche Allianzen geschmiedet und wundervolle Gebäude sie erschaffen hat. Auch die Schauplätze von Game of Thrones bewundern wir natürlich. Die 100% official GoT Shops sind hier allgegenwärtig und die Stadt zehrt sichtlich von dem Dreh der erfolgreichen Serie.

Nach der Tour wollen wir eine Strampel-Pause machen und bewusst Zeit mit Enno genießen. Aber da fangen die Herausforderungen schon an: Der Strand ist komplett in der Sonne, also drehen wir wieder um. Die Stadt hat kaum Plätze zum Verweilen und da wir wollen, dass Enno liegen kann und nicht nur auf dem Schoß sitzt,  finden wir auch kein passendes Café auf die Schnelle. Also halten wir nach einer schattigen Bank Ausschau, kaufen beim Bäcker Leckereien für uns und entspannen alle von der anstrengenden Walking Tour.

Unsere Tipps: 

  • Wenn ihr an Aktionen oder Führungen teilnehmt, informiert den Guide, dass ihr euch ggf. ausklinken müsst. Das nimmt den Druck, dass es klappen muss.
  • Ein Snack beim Bäcker oder ein Glas Nüsse im Rucksack sind manchmal eine gute Alternative zum Café, wenn es schnell gehen muss.
  • Wenn ihr allerdings Zeit habt, zelebriert den Besuch im Café umso mehr und genießt aktiv die Spiele-Zeit mit eurem Baby.

Der restliche Tag wird komplizierter. Die kleine Stadt haben wir grundlegend erkundet, wir haben ein bisschen gebummelt und merken: Dubrovnik entfaltet seinen Charme bei Nacht. Die kleinen kühlen Gassen sehen dann sicherlich romantisch aus, die Nachtclubs bereiten sich erst vor (auch in Corona Zeiten – irre!) und es muss ein Traum sein, wenn in allen Restaurants etwas los und die Stadt voller Leben ist. 

Bis dahin sind es noch viele Stunden. Zu viele, um sie mit Baby zu überbrücken. Zu umständlich nachher nochmal reinzufahren, denn Enno quengelt abends aktuell viel. 

Aber wir sind noch nicht ganz durch. Wir entscheiden uns DIE Sehenswürdigkeit anzuschauen (obwohl es total Baby-unverträglich ist) und kaufen uns die unverschämt teuren Karten für die Stadtmauer Tour (ca. 30€ p.P.): zwei Stunden in der prallen Mittagssonne auf einer Stadtmauer ohne Schatten um die Altstadt von Dubrovnik wandern. Gut gerüstet mit Klamotten, einem Tuch zum Sonnenschutz und etwas Humor, machen wir uns auf den Weg. Wir haben ein etwas schlechtes Gewissen, Angst, dass er vor Hitze aufwacht, einen Sonnenbrand bekommt oder sich einfach nicht wohl fühlt! Statt gemütlich zu schlendern und die Aussicht zu genießen, sind wir daher eher angespannt und versuchen zwischen Staunen und pragmatisch schnellem Tempo, damit Enno nicht unruhig wird, den Weg zu gehen. Wir bemerken an uns selbst, dass wir gestresst sind. Und Enno? Der schläft zwei Stunden friedlich und seelenruhig.

Ein Tag in der Stadt ist eben echt herausfordernd und es ist fast unmöglich irgendetwas zu tun, dass uns nicht in eine Zwickmühle zwischen Ennos Wohl und Aktivitäten bringt. Oder müssen wir uns eher von unserem Gedankenkarussel verabschieden? Ja, finden wir!

Enno bekommt auf der Stadtmauer später tatsächlich Hunger und so brechen wir den Rundgang etwas früher ab und suchen ein Café. Das ist dann natürlich ein gehetzter Moment, aber völlig machbar. Der ganze Stress davor umsonst. Wir atmen nach der Hitze tief durch und versuchen unsere Ruhe wiederzufinden. Die Pause tut uns gut. Enno ist durch die Zeit in der Trage an Freddys Brust komplett nassgeschwitzt. Er trinkt gierig und wir ziehen ihn um, wickeln ihn und er genießt sichtlich die Freiheit aus der Trage raus zu sein. 

Unsere Tipps: 

  • Cafés mit Bänken statt Stühlen sind super, damit du das Baby ablegen kannst und ihr Platz zum Spielen und Wickeln habt.
  • Schirme mit UV-Schutz sind praktisch, um das Baby unkompliziert vor der Sonne zu schützen
  • Für alle Schnuller-Verlierer: Wir binden ihn immer an das Band der Mütze, wenn wir kein Schnullerband zur Hand haben

Irgendwann kippt die Stimmung bei Enno und unsere Tischnachbarn schauen schon etwas genervt zu uns rüber. Es wird Zeit für den Rückweg. Wir überlegen, ob wir am Abend nochmal in die Stadt fahren wollen. Die Chance steht 50:50, dass wir ein tolles Essen bei Sonnenuntergang genießen oder einer von uns schaukelnd im Stehen das Gericht runter schlingen wird. Nein, dann lieber Familienzeit genießen! Wie lassen den Abend am Campingplatz ausklingen und beschließen noch einen Tag hier zu bleiben, damit wir nicht direkt schon wieder anfangen müssen zu packen.

AM STRAND

Am zweiten Tag in Dubrovnik fahren wir nicht in die Altstadt. Auch etwas, das vor unserer Familienzeit nicht passiert wäre! Stattdessen verbringen wir den Vormittag mit einem quietschvergnügten Enno auf der Picknickdecke am Auto, frühstücken gemütlich und räumen mal wieder etwas auf. Danach geht’s zum Strand, Eis essen und abwechselnd ins Wasser springen. 

Doch ebenso wie ein Tag in der Stadt mit Kind komplett anders ist, haben auch Strand-Tage plötzlich neue Herausforderungen. Statt also in der Sonne zu braten, halten wir ganz selbstverständlich Ausschau nach Schatten und setzen uns hinten an eine Mauer, statt uns in den Sand zu legen. Wie anders alles ist!

Doch das hat auch was Gutes. Wo trifft man andere nette Eltern zum plaudern? Natürlich da, wo sich alle Eltern tummeln, an der Mauer im Schatten! Wir lernen eine tolle Familie aus Stuttgart kennen und verbringen die nächsten Stunden gemeinsam, plaudern und tauschen Geschichten, Tipps und Erfahrungen aus. Viel später als gedacht brechen wir wieder auf und spontan gehen wir dann doch noch essen! Es gibt Pizza in einem Restaurant um die Ecke.

FAZIT: Eine Stadt ist echt kein einfaches Pflaster für einen Tag mit Baby. So ist es vorprogrammiert in ein Dilemma zwischen den Bedürfnissen des Babys und den Aktivitäten zu kommen. Sicherlich ist es nicht die Lebensphase für ausschweifendes Kulturprogramm in der Hitze und trotzdem war es eher unsere Sorge als Eltern, die den Tag gestresst haben. Enno selbst hat sich fröhlich durch die Gegend schaukeln lassen und die meiste Zeit tief geschlafen. Somit sind wir bestärkt, dass es doch in Ordnung war, die Schönheit von Dubrovnik bewundert zu haben. 

Der zweite Tag  am Strand und Campingplatz haben den Stopp sehr entspannt. Das machen wir wieder so!

Danke Enno, dass du dich so großartig durch die Sonne hast schaukeln lassen!

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