Die erste Reise – Zwischenbilanz

Die erste Reise – Zwischenbilanz

Zwei Monate waren wir auf dem Balkan unterwegs. Kroatien, Montenegro und Bosnien haben wir bereist. Es war heiß, die Kulturen spannend und die Natur umwerfend. Reisen mit Baby war zum Teil komplett anders und zum Teil hat es sich wie immer angefühlt im Bus unterwegs zu sein.

Hier kommt unser Fazit der ersten Reise:

  • 3 Länder
  • 49 Nächte im Bulli
  • 9 Campingplätzen
  • 42 Grad überstanden
  • bis zu 17 km am Tag gewandert
  • 5000 Kilometer zurückgelegt
  • Enno ist ca. 2 kg schwerer geworden

ZU ZWEIT FÜR ENNO

Zu allererst feiern wir uns quasi jeden Tag dafür, dass wir die Zeit mit Enno zu zweit verbringen. Es passieren so viele Entwicklungsschritte, die wir gemeinsam als Familie erleben und es macht doppelt so viel Spaß, wenn wir uns dazu austauschen können. Noch wichtiger ist, dass wir uns über alles beraten können was Enno braucht und die Verantwortung teilen. Beispielsweise haben wir viel diskutiert wie wir mit der Beikost anfangen wollen. Jetzt können wir gemeinsam experimentieren und erleben live, wie es funktioniert, statt uns berichten zu müssen. Die Verantwortung dabei zu teilen ist sehr entlastend für uns. Oft haben wir einfach keine Ahnung was jetzt richtig ist und da tut es uns gut, gemeinsam einen Weg zu beschließen.

Wenn einer von uns ein paar Stunden allein mit Enno war, haben wir wieder direkt gemerkt wie intensiv es ist. Enno ist extrem frustriert sich noch nicht bewegen zu können und braucht gefühlt 24/7 gemeinsame Spielzeit. Da ist es uns sehr bewusst welchen Luxus und welche Privileg wir aktuell haben und empfinden einen riesigen Respekt davor allein ein Kind zu betreuen. Gleichzeitig sind wir auch stolz darauf, dass wir es geschafft haben – geschafft die Zeit so zu planen, dass wir sie jetzt genießen können. Wir sind uns sicher, dass wir auch in Zukunft unsere Arbeit und Enno Zeit aufteilen wollen, auch abgekoppelt von den Finanzen. Unsere Lebensqualität ist für uns einfach so viel höher, wenn wir Freiraum für das Kind und Freiraum für uns selbst haben.

EINFACH URLAUB

Abgesehen davon war es so schön Urlaub zu haben! Die ultimative Erlaubnis nichts zu müssen. Andere Kulturen bestaunen, viel Kaffee trinken gehen, andere Gerichte ausprobieren und vor allem viel draußen sein. Der Gedanke an unsere Wohnung kommt uns beengt vor, da wir aktuell in der grenzenlosen Weite komplett draußen leben.

Und gleichzeitig habe ich, Hanna, das Verlangen mich zu entwickeln. Mein Job und die New Work & Purpose Themen fehlen mir. Ich höre viele Podcasts, lese dazu und arbeite online an meiner Weiterbildung zum Live Purpose Coach. Diese kleinen Auszeiten tun mir gut und ich brauche sie, um eine Balance zu haben und mich danach wieder mit meiner ganzen Aufmerksamkeit Enno zu widmen, ohne das getriebene Gefühl meiner geliebten Purpose Arbeit nachkommen zu wollen. Trotzdem fallen diese Zeiten viel zu kurz aus und ich wünsche mir mehr Balance.

ALLTAG
 

Beim Camping geht so viel Zeit für den Alltag drauf! Wir waren selten vor 11 Uhr fertig mit dem Frühstück, obwohl wir meist vor 7 Uhr wach waren. Aber mit Yoga, Schwimmen, Abwasch, Obsts schnibbeln, Tisch decken und nebenbei Wickeln, Spielen und Baby anziehen verfliegt die Zeit unglaublich schnell.

Es ist kaum möglich einen Tag nur am Camp zu verbringen. Auch ohne unseren Unternehmungsdrang fordert Enno spätestens am Nachmittag einen Ausflug ein, denn er wird richtig quengelig und unausgeglichen, wenn er nur rumliegt oder auf dem Schoß mit uns spielt. Das war für uns im Nachhinein besonders fordernd, da es zum Einen meist wenig Spazierwege gab, aber auch die Hitze alle Aktivitäten mit Baby schwierig gemacht haben. Doch wir sind zufrieden mit unseren Nachmittagen, in denen wir eine gute Mischung aus kurzen Strecken, Cafés, mal langen Wanderungen, Städten und Campingplatz hinbekommen haben.

FAZIT

Es war eine großartige Zeit, die wir nie vergessen werden. Reisen mit Baby hat für uns eine bisher nicht gekannte Intensität, die unseren Alltag einerseits entschleunigt hat und uns andererseits richtig forderte. Wir sind stolz auf uns drei und darauf, dass wir als Familie so gut zusammengewachsen sind. Das merken wir besonders an unserer Kommunikations-Kultur. Es ist uns gelungen sehr wertschätzend unsere Bedürfnisse zu adressieren und wenn es stressig war den Humor nicht zu verlieren und liebevoll miteinander zu bleiben. Positive Kommunikation ist ein lebenslanger Prozess mit Höhen und Tiefen und auf so engem Raum, immer zusammen, haben wir uns ganz bewusst weiter eine gute Haltung erarbeitet. Wir reden oft darüber WIE wir miteinander sprechen, machen uns darauf aufmerksam, wenn uns etwas stört und der daraus entstandene Respekt verschafft uns eine sehr entspannte Zeit gemeinsam.

Außerdem war es für uns einmalig den Balkan so intensiv mit seinen Menschen und Geschichten kennenzulernen. Die einmalige Herzlichkeit Kindern gegenüber hat uns viele Türen geöffnet und Brücken geschlagen. Es war ganz besonders toll diese Länder mit Kind zu erleben.

Die Elternzeit ist ein Geschenk. Wir freuen uns sehr, dass wir das Geschenk so gut genutzt haben.

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