In den Reiseflow eintauchen – und uns als Familie finden

In den Reiseflow eintauchen – und uns als Familie finden

Easy waren die ersten 2 Wochen mit Hannas Mama! Gemeinsam schnorcheln, Essen gehen und ein langer Power-Nap in der Hängematte waren immer drin. Doch jetzt wird es anders werden. Wir sind nun zu dritt und sind gespannt, wie wir als Familie unseren Rhythmus finden werden. 

Unser erster Stop sind die Plitwitzer Wasserfälle, ein wunderschöner Nationalpark im Hinterland. Die Fahrt über die Landstraße 42 ist bereits spektakulär. Über Serpentinen schrauben wir uns immer höher in die Berge, die Aussicht ist fantastisch und wechselt vom Blick aufs Meer später auf dichte Wälder und beschauliche kleine Dörfer. Am Campingplatz Korona angekommen tun wir uns kurz schwer mit der Stellplatzsuche auf der freien, hügelingen Wald/ WiesenFläche. Der Platz soll gerade sein, keine Lampe direkt daneben, nicht zu dicht an Nachbarn, Bäume für die Hängematte…

Am Anfang des Urlaubs, so wissen wir schon von unseren letzten Reisen, räumt man noch viel zu viel rum und so sind wir froh, dass wir nach 2 Stunden alles aufgebaut haben, das Bett ist fertig ausgeklappt und wir sitzen bei einem schnellen Reis mit viel Gemüse gegen 19 Uhr vor unserem Bus und atmen erstmal tief durch. 

Wir haben uns entschieden das Angebot des Campingplatzes anzunehmen und am nächsten Morgen mit dem kostenlosen Shuttlebus in den 8km entfernten Park zu fahren, denn die bergige Hauptstraße ist der einzige Weg dorthin und absolut nicht geeignet für Fahrräder. Aber wir sind auch etwas nervös, ob 9 bis 17 Uhr mit Baby gut klappt und es nicht zu lange oder zu heiß sein wird. Am nächsten Morgen weht ein kühles Lüftchen, das Wetter ist super und obwohl der Campingplatz sehr leer erscheint, ist der Reisebus hin zum Nationalpark komplett voller gut gelaunter Wanderer. 

BABYGERECHT WANDERN?

Der Nationalpark hat mehrere Routen und man kann an 3 Stops mit dem Mini-Shuttle zum Haupt-Eingang fahren. So konnten wir mutig drauf loslaufen und auf uns zukommen lassen, wie weit wir kommen. Aber ein bisschen aufgeregt waren wir schon den ganzen Tag mit Enno zu wandern. Ausgerüstet mit der Trage, drei Stoffwindeln zum wechseln, Babysonnencreme für die Hände, 2 Spucktüchern die wir auch als Hand und Fuß-Sonnenschutz nutzen, Wechselklamotten und der Wickelunterlage fühlten wir uns sicher (vollkommen übertrieben) und gut gerüstet für die Tour.

Wir liefen durch das einmalige Panorama der Wasserfälle, über die Stege und am Ufer entlang und fühlen uns so richtig im Flow. Besonders Hanna, die so gerne ihre Beine auspowert war sehr glücklich mal wieder mehrere Kilometer zu wandern. Wir hatten uns überlegt mit Enno ausgiebige Pausen zu machen und der Plan ging gut auf. Alle 2 Stunden ist Enno wach geworden und hat auf einer Decke glücklich gestrampelt, getrunken gegluckst und auch wir haben die für uns ungewöhnlich langen Pausen sehr gut getan, um uns abzukühlen. Wir waren Enno sehr dankbar, dass er so unkompliziert den Tag geschlafen hat, aber auch für unsere eigene Erfahrung, dass die langen Pausen die Chance bieten tiefer die Natur zu beobachten, Details zu entdecken und sich stärker mit dem Ort zu verbinden.

Gegen 15 Uhr, 2 Stunden vor der Abfahrt des Shuttlebus zum Campingplatz, sind wir dann doch etwas ins Taumeln geraten zwischen unserem Wunsch noch weiter den Park zu erkunden, gelassen am Bus anzukommen und Ennos Bedürfnis sich zu bewegen. “Muss man mit Baby die Tour besser vorplanen?” fragen wir uns oder eher flexibler sein und die Route dann spontan anpassen. Vermutlich etwas von Beiden. Und vor allem merken wir, dass wir uns noch mehr in Gelassenheit üben dürfen und nicht zu schnell in Panik geraten, wenn es Enno dann doch mal schreit und wir trotzdem jetzt schnell zum Shuttle laufen müssen!  

Daraus ziehen wir einen weiteren Schluss. Wir bleiben noch einen Tag am Campingplatz und fangen am Abend nicht, wie ursprünglich geplant, schon wieder an für den nächsten Morgen zu packen. Eine kalte Dusche und gemütlich den Sonnenuntergang anschauen tut uns gut und gibt uns die Ruhe, die wir nach diesem Tag brauchen. Doch so ganz haben wir unsere Abenteuerlust noch nicht abgeschrieben. Die Natur hier ist so toll, dass wir am nächsten Morgen mit dem Fahrrad losziehen wollen. Die Auswahl der Straßen ist allerdings überschaubar, wenn man nicht zusammen mit LKWs auf engen, kurvigen Straßen fahren möchte. Eine Fledermaushöhle in 5km Entfernung auf Nebenstraßen ist also unser Ziel. Doch wir lassen uns am Morgen Zeit und fahren (leider) erst mit der aufkommenden Mittagshitze los. 

FAHRRADFAHREN

Es wird eine Tortur. Schon nach 2 Kilometern bergauf mit Kinderanhänger sind wir komplett durchgeschwitzt und brauchen eine Pause. Noch witziger wird es, als wir endlich endlich ankommen und mit einem brüllenden, überhitzen Enno an der Info zur Höhle erfahren, dass Kinder nur rein düfen, wenn wir absolut keinen Mucks machen, wegen der Fledermäuse. Wir blicken alle auf den quengelnden Enno und lachen kopfschüttelnd. Stattdessen gehen wir auf den ausgeschriebenen Wanderweg. Die Pollen stehen in der Luft, es ist kein Windhauch zu spüren und die Temperatur setzt und jetzt schon zu. Trotzdem ist es eine schöne Tour.

Ihr könnt euch vorstellen, dass die Rückfahrt alles andere als lustig wird und Hanna schwört mehrmals auf dieser Reise nie wieder Fahrrad zu fahren. Doch im Nachhinein war es zwar ein extremer Tag, den wir mit Kind in Zukunft wohl so nicht nochmal machen würden, aber wir sind auch dankbar ein bisschen echtes Kroatisches Hinterland erlebt zu haben mit all den kargen Feldern, der rauhen und doch so fruchtbaren Landschaft und dem wunderschönen Panorama, das nach jedem Berganstieg neu auf uns wartet. 

Am Ende unserer ersten Etappe zu dritt haben wir vor allem eins gelernt: es ist in Ordnung uns auszuprobieren. Das schlechte Gewissen, ob es Enno auch immer wirklich gut geht, wenn die Temperatur steigt oder wir ihn auf Wanderungen länger in der Trage haben, wird uns vermutlich weiter begleiten.

Drei Dinge nehmen wir aber konkret mit.

  1. An heißen Tagen schlendern wir nicht mehr in den Tag hinein, sondern versuchen früh loszukommen
  2. Wir versuchen noch entspannter die Tage zu gestalten und machen eher halb-tages Ausflüge mit langen Pausen, die wir aktiv genießen 
  3. Wir sprechen andere Eltern auf dem Campingplatz an, ob sie schon vor Ort in der Stadt/auf der Tour/ bei der Attraktion waren und ob sie Tipps für den Ausflug mit Kind haben. Das hat uns oft viel weiter gebracht.

Doch nun sind wir bereit für die nächste Insel, bereit für Wasser, Hängematte und eine kühle Meeresbriese. Die Insel Hvar soll unser Ziel sein. Sie ist weiter südlich, sprich mit hoffentlich weniger Touristen vor Ort und wir haben einige vielversprechende Campingplätze entdeckt. Mit dem Campen halten wir es nämlich wie früher: Wir buchen nichts vor, rufen. Höchstens vorher an und fragen, ob noch was frei ist und erhalten uns die Flexibilität jederzeit unsere Pläne unserer Laune anzupassen. Es ist ein sehr freies Gefühl so zu reisen und wir freuen uns in der Nebensaison so unterwegs sein zu können.

Hvar, wir kommen!

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